| Presseberichte |
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| Geschrieben von: Stefan Ellinger |
| Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 18:08 Uhr |
HMUN setzt SegelHaller Tagblatt, 14.07.2010Wieviel Erde braucht der Mensch? Einst stelle Lew Tolstoi in Form seines gleichnamigen Romans diese Frage. Soviel, wie man an einem Tag umrunden kann? Oder soviel, wie er für sein Grab benötigt? Auf die heutige Welt bezogen kann sich das aber auch folgendermaßen anhören: Ist Wachstum immer erstrebenswert? Ist das Ausschöpfen unersetzbarer Ressourcen notwendig? 180 Jugendliche werden sich diesen Fragen in der Woche vom 19. bis zum Freitag den 24 Juli stellen. Freiwillig? Ja: bereits zum 10ten Mal findet Hall Model United Nations unter der Schirmherrschaft Tom Buhrows am Gymnasium St.Michael statt. Jugendliche der meisten Haller Schulen spazieren eine Woche lang im "Dresscode" - Hemd, Jackett, Anzughose - durch ein fiktives UN-Gebäude. Die allermeisten werden als Delegierte ihres Landes in den Ausschüssen wie beispielsweise dem Menschenrechtsrat wortgewaltig ihre Position vertreten - einige geben als Non-Governmental Organisations "NGO's", beispielsweise Greenpeace ihre Meinung zum Besten und einige "Service-Damen" sorgen als freundliche Hilfskräfte für einen glatten Ablauf. Die Projektleitung hat sich alle Mühe gegeben: Bereits seit September letzten Jahres ist HMUN in Planung. Bei Christoph Naser, Christoph Klaiber und Hannah Bleher laufen die Fäden zusammen. "Die Stärke von HMUN liegt darin, dass es einzig und allein von den Schülern lebt." stellt Christoph Naser fest. Er und Michael Puntschuh waren bereits die Jahre zuvor am Projekt beteiligt und wollten dieses Jahr selbst in die Hände spucken, "um dem Projekt etwas zurückzugeben". Michael Puntschuh vom Schulzentrum West bekleidet das Amt des Generalsekretärs, er ist eine Woche lang der Ban Ki-moon von Schwäbisch Hall. "Es ist klasse, in diesem geschützten Rahmen Erfahrungen zu machen, die jedem zu Gute kommen." Als Schüler kann man so ein Projekt noch mit Sicherheitsnetz veranstalten, man kann seine Fähigkeiten risikolos auf die Probe stellen. "Im Notfall steht zum Beispiel die Schulleitung voll hinter uns." erzählt Christoph begeistert. "Man kommt als Schüler gegen die Schulleitung schnell ins meckern, aber bei der ganzen Vorarbeit für HMUN wurden wir immer vom Kollegium und Herrn Preisendanz unterstützt." Da wären zum Beispiel die Räumlichkeiten: Im Schulzentrum Ost herrscht Raumknappheit, trotzdem kann das Projekt jedes Jahr stattfinden. Die Angelegenheit ist natürlich auch sehr teuer. Die genaue Summe wollen die beiden nicht verraten "Teuer! Das muss reichen." Die Kosten werden durch einen Teilnehmerbeitrag in der Höhe von 15€ noch nicht gedeckt: Aber zum Glück gibt es wie jedes Jahr viele Sponsoren. Der Wichtigste ist wohl die Bausparkasse Schwäbisch Hall: Hier essen die Schüler eine Woche lang in geschäftlicher Atmosphäre neben den Angestellten der BSH. "Und dafür sind wir auch sehr dankbar!" sind sich Michael und Christoph einig. Auch was das Gelingen des Projekts angeht, empfinden beide eine Mischung aus Realismus und Optimismus: "Wir haben so viel Zeit investiert - HMUN muss einfach klappen." Was HMUN dieses Jahr so besonders macht, sind die extrem hochkarätigen Gäste: "Gesine Schwan! Wir waren schon unheimlich froh, als Tom Buhrow uns die Schirmherrschaft zusicherte." schwärmen die beiden 12-Klässler "Aber Gesine Schwan in einer Reihe mit Nils Schmid - dem Landesvorsitzenden der SPD, Karl Theodor Paschke - Ministerialdirektor a.D., und noch einige mehr haben unsere Erwartungen völlig übertroffen!" Und übrigens ist auch die Öffentlichkeit ausdrücklich zu den Vorträgen eingeladen! So freut sich Christoph schon unheimlich auf ein Mittagessen mit der ehemaligen Bundespräsidentskandidatin der SPD. Aber ohne freiwilligem Engagement, dem "Herzblut" der Schüler wäre HMUN buchstäblich nichts - Christoph vergleicht HMUN mit einem Segelboot: "Wenn alle mitarbeiten, können wir das Projekt durch Stürme navigieren, uns auf dem Deck sonnen und es nächstes Jahr an eine neue Mannschaft weitergeben." Und in Schwäbisch Hall ist das "Segelboot" mittlerweile sehr etabliert: "Bei ähnlichen Projekten kommen in Berlin 400 Leute aus einem ganzen Bundesgebiet zusammen. Bei uns sind es aus einem einzigen Landkreis 180. Das ist Rekord!" Michael charakterisiert HMUN mit einem Wort: idealistisch. Während man sich im Spiel den schweren Fragen der Politik stellt, gewinnt man dabei auch Verständnis für die oftmals langwierigen Prozesse in der Politik. Und später dann die Probleme der Menschheit im großen Format anpacken - das ist die Vision von HMUN. Dies ist der Artikel, wie er an das Haller Tagblatt gesendet wurde. Die tatsächlich abgedruckte Version finden Sie hier. |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. Juli 2010 um 17:29 Uhr |







